Allgemein

Mein Weg zurück zu mir selbst oder warum es Zeit für Veränderungen wird // Gedanken

 

Ich habe Menschen früher belächelt, wenn es um das Thema Selbstfindung ging. Ich habe mich immer gefragt, wer sie denn morgens im Spiegel anschaut. Heute weiß ich selbst, dass man die Person dahinter oft nicht mehr erkennt. Das Leben verändert einen unaufhaltsam und wenn man nicht einlenkt, verändert man sich nur äußerlich sondern auch innerlich. Das muss nicht immer etwas Schlechtes sein, oft ist es sogar das Beste was einem passieren kann, aber wenn man sich selbst nicht mehr leiden kann, dann wird es Zeit etwas zu tun.

Vor vielen Jahren war ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Früher nahm ich das Leben leichter, früher gab es auch Tage, da kam ich nicht aus dem Bett, war gefangen in meinen Depressionen ( ja ich spreche es aus, wie es ist, ich hatte und habe damit zu kämpfen, solange ich denken kann), aber ich hatte vertrauen zu mir selbst, dass ich es wieder raus schaffe. Ich war die meiste Zeit ein positiver Mensch, voller Wünsche und Träume und vor allem mit einem Plan vom Leben. Ich wusste zwar nicht den Weg, aber ich kannte des Ziel.

Doch seit einiger Zeit laufe ich den Weg ohne Ziel, Richtung oder auch nur dem Hauch einer Ahnung. Ich habe mein Leben hinten angestellt. Mir erschien vieles so viel wichtiger, dass ich den Fokus auf mich völlig verloren habe.

Ich will definitiv nicht sagen, dass ich früher ein besserer Mensch war, um Gottes Willen, ich habe genauso Fehler gemacht, hatte mehr mit meiner Krankheit zu kämpfen als heute, weil ich sie mittlerweile akzeptiert habe und ich mich nicht dahinter verstecke, nein ich war einfach glücklicher. Glücklicher mit mir… Und das liegt nicht an den Falten, den grauen Haaren und den Augenringen, nein es liegt schlichtweg darin, dass ich mich aufgegeben habe, für etwas was mir nicht nur den Raum, die Kraft, die Luft zum Atmen,nein es hat auch mich selbst geraubt.

Ich habe auf das falsche Pferd gesetzt. Anfangs dachte ich noch, irgendwann wird alles gut, irgendwann muss es sich lohnen, da muss es eine Belohnung geben. Aber die gab es nie. Ich hatte gedacht, der Fehler liegt bei mir, an meiner naiven Art, an meiner Spontanität, an meinem Freiheitsdrang und daran, dass ich sehr jung war mit einer Verantwortung im Nacken, vor der ich nur all zu oft geflohen bin.

In den letzten Jahren habe ich krampfhaft versucht erwachsen zu werden, wollte alles besser machen, wollte ein Mensch sein, den man durch nichts und niemanden ersetzen kann und will. Ich wurde zu dem Menschen, der ich niemals sein wollte. Kalt, berechnend, kein Platz für Spontanität, zu erwachsen, zu ernst… von dem naivem Mädchen, dass ich war ist nichts mehr übrig.

 

Jahrelang dachte ich tatsächlich, jetzt würde endlich alles gut werden… aber das wird es nie. Zumindest nicht so, wie ich es dachte. Klar ist es schön keine Mahngebühren mehr zu zahlen, weil ich wieder mal eine Rechnung verlegt habe, am Wochenende aufzuwachen ohne vor Kopfschmerzen sterben zu wollen, am Ende des Monats noch genug Geld auf dem Konto zu haben… Ja das sind alles Dinge, darüber freue ich mich. Veränderungen haben auch immer zwei Seiten… aber die andere Seite mit der kann ich so nicht mehr leben.

Ich bin ein Mensch mit Gefühlen, der explodiert, der weint, schreit, lacht, liebt und keine hohle Maschine, die funktionieren muss. Der Satz: Reiß dich mal zusammen, ich hasse ihn. Ich habe ihn in den letzten Jahren so oft gehört! Warum soll ich mich zusammenreißen, innerlich am Schmerz kaputt gehen, still und leise? Weil sich jemand gestört fühlt, dass ich wie ein Mensch reagiere, wenn man mich verletzt? Weil ich es nicht ertrage nicht geliebt zu werden? NEIN! Ich bin ein Mensch, der geliebt werden will und ich habe Jahre damit vergeudet nur zu geben, meine Kraft, meine Liebe und am Ende mich selbst. Ich muss mir sagen lassen, dass mir genug gegeben wurde, dass es aber Grenzen gibt? Wirklich? Muss ich mir das von dem Menschen sagen lassen, für den ich ohne zu Zögern mein Leben gegeben hätte? Echt? Hat jemand das Recht einem zu sagen, du sorry ich kann mit dir nicht darüber reden, dass du Angst hattest zu sterben, weil ich mich schützen muss? Ist es zu viel verlangt umarmt zu werden, wenn man weint? Ist es nicht anmaßend genau dann aber noch zu verlangen, dass man das alles alleine schafft? Wenn man selbst nicht bereit ist, weil man sich selbst schützen muss? Und danke nochmal für den Rat mit dem Psychologen, hätte ich mal besser einen geheiratet, was? (Sorry diese Richtung sollte der Text nicht nehmen, aber es tut ernorm gut, es einfach raus zu lassen)

Wenn du merkst, dass dieser Mensch dir nie auch nur einen Bruchteil zurückgeben wird, weil an erster Stelle nur er selbst steht, dann wird dir bewusst, wer du eigentlich noch bist. Ich habe nach Liebe gebettelt, nach Aufmerksamkeit, Geborgenheit, Vertrauen, danach endlich anzukommen und habe völlig aus den Augen verloren, dass dazu nur eins gehört- ICH! Nichts und Niemand kann einem auch nur im Entferntesten irgendetwas geben, wenn man selbst nicht in der Lage ist sich zu akzeptieren. Sich selbst und nicht die Person, die man vorgibt zu sein, nur damit man angeblich geliebt wird.

Die Erkenntnis hat viele Tränen, graue Tage, Schmerzen und Verzweiflung gekostet. Aber nun ist sie da. Glück ist nicht abhängig von anderen Menschen, sondern einzig und allein von mir selbst!

Advertisements

2 Kommentare zu „Mein Weg zurück zu mir selbst oder warum es Zeit für Veränderungen wird // Gedanken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s